
An einem warmen Sommertag flogen Reo, Lillibella und Condi gemeinsam durch den Wald.
Sie waren schon eine ganze Weile unterwegs.
Reo flog immer ein kleines Stück voraus.
Condi flog hinterher und musste natürlich zwischendurch auf jeden interessanten Stein, jeden Ast und jeden Baumstumpf schauen.
Nur Lillibella blieb immer wieder stehen.
„Schaut mal!“, rief sie.
„Was denn?“, fragte Reo.
„Diese Blume.“
Oder:
„Schaut, ein Käfer!“
Oder:
„Da ist eine kleine Feder.“
Condi grinste.
„Wenn wir so weitermachen, kommen wir heute gar nicht mehr an.“
„Aber es gibt doch so viel zu entdecken“, sagte Lillibella.
Da roch Reo plötzlich etwas.
Er blieb mitten in der Luft stehen.
„Mmmmmh!“
Condi flog gegen ihn.
„He! Warum bleibst du einfach stehen?“
Reo zeigte nach vorne.
„Himbeeren!“
Tatsächlich wuchsen am Rand des Waldweges große Himbeersträucher.
Zwischen den grünen Blättern leuchteten überall rote Beeren.
„Die sind ja riesig!“, staunte Lillibella.
Condi war schon unterwegs.
„Ich nehme die da!“
Er pflückte eine Himbeere.
Doch sie war so groß, dass sie ihm beinahe aus den Händen fiel.
„Ich hab sie! Ich hab sie!“
Plumps.
Die Himbeere fiel ins Gras.
Condi sah ihr nach.
„Sie wollte nicht mitkommen.“
Reo musste lachen.
„Dann nimm eben eine kleinere.“
Gemeinsam begannen die drei zu pflücken.
Lillibella suchte besonders vorsichtig nach den schönsten Beeren.
Reo pflückte meistens gleich drei auf einmal.
Und Condi wollte unbedingt die größten haben.
Bald hatten sie ein kleines Körbchen gefüllt.
„Jetzt teilen wir“, sagte Lillibella.
„Natürlich“, sagte Reo.
Condi schaute auf die Himbeeren.
„Auch die größte?“
„Auch die größte“, sagte Lillibella.
Condi seufzte.
„Na gut.“
Sie setzten sich unter einen Baum und teilten die Beeren.
Die Himbeeren waren süß und saftig.
Reo bekam rote Flecken um den Mund.
Condi hatte sogar einen roten Punkt auf seiner hellroten Kappe.
Lillibella musste so lachen, dass ihre bunten Schleifen wackelten.
„Condi! Du hast eine Himbeere auf deinem Käppchen!“
„Wo?“
Er tastete danach.
„Hier?“
„Nein.“
„Hier?“
„Nein!“
Reo prustete los.
„Ganz oben!“
Condi nahm die Kappe ab und betrachtete sie.
„Na und? Jetzt ist sie noch schöner.“
Da lachten alle drei.
Als sie später weiterflogen, blieb Lillibella noch einmal stehen.
„Wartet.“
„Schon wieder?“, fragte Condi.
Lillibella zeigte auf einen kleinen Himbeerstrauch.
An einem Zweig hing nur noch eine einzige reife Himbeere.
„Die lassen wir hier.“
„Warum?“, fragte Reo.
„Vielleicht braucht sie jemand anderes.“
Condi nickte.
„Für einen Vogel?“
„Oder für ein anderes kleines Tier.“
Also ließen sie die letzte Himbeere hängen.
Dann flogen die drei LICHTIs weiter durch den warmen Sommerwald.
Reo vorneweg.
Condi mit schiefem Käppchen hinterher.
Und Lillibella ganz in der Mitte, damit keiner verloren ging.
Und irgendwo hinter ihnen raschelte es im Himbeerstrauch.
Ein kleiner Vogel hatte die letzte Beere entdeckt.
Lillibella lächelte.
Manchmal ist es schön, etwas zu pflücken. Und manchmal ist es noch schöner, etwas zurückzulassen.
🫐 Tante Jolandas Himbeer-Schnee
Du brauchst:
- 250 g Himbeeren
- 250 g Naturjoghurt
- 1–2 EL Honig
- ein wenig Zitronensaft
- ein paar Minzblättchen
So geht’s:
Tante Jolanda gibt die Himbeeren in eine Schüssel.
„Ein paar davon lassen wir ganz“, sagt sie. „Die brauchen wir später zum Verzieren.“
Die übrigen Himbeeren zerdrückt sie vorsichtig mit einer Gabel.
Dann rührt sie den Joghurt mit dem Honig und einem kleinen Spritzer Zitronensaft glatt.
„Und jetzt kommt der wichtigste Teil.“
Condi schaut neugierig über den Schüsselrand.
„Welcher?“
„Probieren!“
Reo ist sofort dabei.
Lillibella lacht.
Tante Jolanda gibt etwas Joghurt in kleine Gläschen, darauf kommen Himbeeren und wieder Joghurt.
Zum Schluss legt sie auf jedes Gläschen eine ganze Himbeere und ein kleines Minzblatt.
„Fertig!“
Condi betrachtet sein Gläschen.
„Warum heißt das eigentlich Himbeer-Schnee?“
Tante Jolanda lächelt.
„Weil der weiße Joghurt zwischen den roten Himbeeren aussieht wie kleine Schneefelder im Sommer.“
Reo nimmt seinen ersten Löffel.
„Mmmmh!“
Lillibella nickt glücklich.
Und Condi sagt mit vollem Mund:
„Das machen wir morgen wieder!“
Tante Jolanda lacht.
„Dann müsst ihr aber vorher neue Himbeeren pflücken.“
🫐 Tante Jolandas Tipp:
Wenn die Himbeeren schön reif und süß sind, braucht man gar nicht viel. Manchmal sind die einfachsten Sachen die besten.