
Steffi kann es kaum erwarten. Am nächsten Tag ist sie pünktlich um 14:30 Uhr zur Stelle. Sie setzt sich in ihr Zimmer, schlägt die magische Seite im LICHTI-Buch auf und konzentriert sich auf das Bild.
Es vergeht kaum eine Minute, da befindet sie sich wieder in ihrer Erinnerungswelt – umgeben von sandigen Dünen am Meer. Ein schöner Tag, warm und voller Sonnenschein.
Und da sind auch schon Li-Vrumm und Riu-Lan und begrüßen sie fröhlich.
„Schau mal, wen wir dir heute mitgebracht haben!“, ruft Li-Vrumm vergnügt.
Steffi erblickt ein Lichti-Mädchen in einem hellen Kleid, das mit bunten Sternchen bestickt ist.
„Das ist DENDRIVA“, stellt Riu-Lan vor. „Und der kleine grüne XILLI ist mit dabei zum Zuhören. Er war noch nie bei den Menschen.“
Steffi findet Dendrivas Kleid wunderschön. Und sie findet auch Dendriva wunderschön und seufzt:
„Ach, was habt ihr doch alle für nette Namen! Mein Name Steffi gefällt mir da gar nicht mehr!“
„Also ich finde Steffi sehr hübsch, und der Name Stefanie gefällt mir ganz besonders gut“, meint Dendriva. „Doch schau mal, du bist in deiner Welt. Sie ist mehr als nur deine Erinnerungswelt. Sie ist auch deine Veränderungswelt! Dieses Geheimnis kanntest du noch nicht, nicht wahr?“
Li-Vrumm meldet sich zu Wort:
„In deiner Welt, in der wir uns heute wieder begegnen, kannst du dir Namen geben, wie du möchtest. Wie soll dein Name hier lauten?“
Steffi denkt ein Weilchen nach. Viele Namen kommen ihr in den Sinn, aber sie möchte nicht heißen wie eine ihrer Freundinnen oder wie die Nachbarin oder wie ihre Tante. Sie sucht nach einem seltenen Namen. Oder noch besser, nach einem, den es noch gar nicht gibt.
Schließlich entscheidet sie sich für FIDARA.
„Wunderbar! Fidara!“, rufen die LICHTIs und tanzen um sie herum.
„Liebe Fidara, was führt dich zu uns?“, fragt Dendriva.
Noch einmal schildert Fidara, was sie als Steffi so sehr bedrückt, dass sie sich nicht einmal mehr auf ihren Geburtstag freuen kann. Sie fühlt sich oft unwohl in ihrem Körper und vergleicht sich mit anderen Kindern.
Früher sei das anders gewesen, erzählt sie. Jetzt habe sie das Gefühl, weniger beachtet zu werden und nicht mehr so unbeschwert zu sein wie früher.
„Ich wünsche mir, dass ich mich wieder wohler fühle“, sagt sie leise. „Dass ich mehr Energie habe, mich gern bewege und wieder mehr Freude an mir selbst spüre. Und ich möchte, dass meine Geburtstagsparty ein schöner Tag wird, an dem ich mich wirklich wohlfühle.“
„Das ist viel auf einmal“, sagen die LICHTIs im Chor.
„Aber das bekommen wir gemeinsam Schritt für Schritt hin“, sagt Dendriva. „Es ist wunderbar, dass du so ehrlich sagen kannst, was du dir wünschst. Nur so können wir dich begleiten.“
„Fangen wir mit deinem Gefühl für dich selbst an“, meint Riu-Lan. „Wie du dich in deinem Körper fühlst, ist wichtig. Und es ist gut, dass du das wahrnimmst.“
Fidara senkt den Blick. „Ich weiß, dass ich mich mehr bewegen und besser auf mich achten sollte. Aber ich schaffe es oft nicht, dranzubleiben.“
„Das ist völlig in Ordnung“, sagt Drndriva sanft. „Veränderung ist kein Sprung, sondern ein Weg. Und du musst ihn nicht allein gehen.“
Fidara atmet tief durch und schaut die LICHTIs an. „Ich versuche es wirklich. Aber manchmal verliere ich die Motivation.“
„Dann gehen wir langsam“, sagt Li-Vrumm. „Nicht alles auf einmal. Nur kleine Schritte.“
„Und wir beginnen damit, dass du dir genau überlegst, was du dir wirklich wünschst“, ergänzt Riu-Lan. „Nicht, was du vermeiden willst – sondern was du erreichen möchtest.“
Fidara nickt langsam.
„Morgen möchten wir gern wissen, was dir dabei am wichtigsten ist und wie sich dein Ziel für dich anfühlen soll“, sagt LI-VRUMM.
Fidara fragt verwundert: „Wieso ist das so wichtig für euch?“
Die LICHTIs lächeln.
„Für uns ist es nicht wichtig“, erklärt Li-Vrumm. „Aber je klarer du dich selbst verstehst, desto leichter wird dein Weg.“
Fidara lächelt vorsichtig. „Ich habe das noch nie so gesehen.“
Dann zögert sie kurz und fragt:
„Sagt mal… kann ich auch jemanden zu euch mitnehmen?“
„Aber natürlich!“, rufen die LICHTIs. „Wer den Weg zu uns findet, ist willkommen!“
Fortsetzung mit Episode 2 – Was ist Schönheit?