
Am nächsten Tag ist Steffi-Fidara abermals pünktlich zur Stelle.
Diesmal ist sie mit dem Lichti-Buch zum nahen Waldrand spaziert.
Sie hat ihren jüngeren Bruder Konrad mitgenommen. Konrad ist ein wenig größer als sie und hat kurzes dunkles Haar.
Er und seine Schwester befinden sich also in einer schönen Waldlandschaft. Eine Holzbank auf einer Lichtung lädt zum Verweilen ein.
Die drei neuen LICHTI-Freunde von Fidara sind rasch zur Stelle und begrüßen den Jungen, der ein wenig scheu wirkt. Ungläubig schaut er um sich, denn solche Wesen kannte er bisher nur aus Erzählungen.
„Er redet nicht viel“, sagt Fidara entschuldigend. „Ist schon gut so!“
Dendriva lächelt freundlich und wechselt das Thema.
„Nun zu dir, liebe Fidara – wie ist es dir ergangen?“
„Ohh…“, Fidara ist ein wenig verlegen. „Ich habe dein Sternenkleid gezeichnet. Meine Mama fragte mich, woher ich das habe…!“
„Das zeigt doch, dass deine Mutter sich dafür interessiert, was du tust!“, sagt Dendriva warm.
„Das ist fein, ja…“, murmelt Fidara. Plötzlich beginnt sie zu schluchzen.
„In so einem Kleid würde ich unmöglich aussehen!“
Ihr Bruder Konrad legt ihr tröstend eine Hand auf die Schulter.
„Na, so kommen wir nicht weiter!“, sagt Riu-Lan entschlossen und holt einen Spiegel hervor.
„Nein, nur das nicht!“, ruft Fidara entsetzt.
„Nun, schaust du nicht jeden Tag in den Spiegel, wenn du dir die Haare kämmst? Was ist so schlimm daran?“
„Der Spiegel zeigt mich, wie ich bin!“
„Na dann wollen wir einmal gemeinsam in den Spiegel schauen“, sagt Riu-Lan ruhig. „Wir jedenfalls sehen da ein liebes Mädchen.“
Konrad und Fidara sitzen noch immer auf der Bank, während die drei LICHTIs sie fröhlich umrunden und ein Liedchen anstimmen:
„Es ist alles gut, wie es ist, und du bist okay, wie du bist!“
Fidara versucht ein „Aber…!“ über die Lippen zu bringen, doch das Lied klingt so überzeugend, dass sie innehält. Konrad lächelt. Zu lustig ist das Schauspiel – und das einfache Liedchen.
Wie kann alles gut sein, wie es ist? Wie soll ich mich okay finden, wenn ich doch zu viele Kilos an mir habe? denkt Fidara. Was wollen mir die drei LICHTIs damit wohl sagen?
Li-Vrumm tritt näher.
„Was wir dir sagen möchten, liebe Fidara? Spürst du es nicht? Wenn du zunächst einmal alles annimmst, so wie es ist – auch dich selbst – dann kann auch Veränderung geschehen.“
„Lass keinen Tag mehr vergehen, ohne etwas Nettes zu dir zu sagen“, ergänzt Dendriva. „Du bist schön, wie du bist. Du bist klug, du bist lieb. Nimm dich an, wie du bist. Und nun sag das in der Ich-Form: Ich bin lieb. Ich bin schön.“
„Aber…“, setzt Fidara erneut an.
„Sollen wir dir ein großes Zaubergeheimnis verraten?“, flüstert Dendriva. „Konrad darf natürlich mithören. Also… nur wenn du glaubst, dass du froh, schön, glücklich oder schlank bist, kann sich das auch in deinem Leben entwickeln.“
Fidara runzelt die Stirn.
„Ich soll also sagen: Ich bin schön – und dann werde ich es?“
„So ist es“, sagt Riu-Lan. „Aber nur, wenn du dir dein ideales Bild auch wirklich vorstellen kannst und zuversichtlich bleibst.“
„Gestern waren wir aber woanders stehengeblieben“, meint Li-Vrumm. „Vielleicht passt das jetzt gut dazu.“
„Wie viele Kilos möchtest du abnehmen? Bis wann?“
„Zehn Kilo – bis zu meinem Geburtstag!“, ruft Fidara.
„Wie realistisch ist das?“, fragt Riu-Lan ruhig.
„Was bedeutet realistisch?“, fragt Fidara zurück.
„Man kann auch fragen: Glaubst du, dass mehr als drei Kilo in einer Woche möglich sind?“, erklärt Dendriva.
„Nun… vielleicht zwei Kilo…“, gibt Fidara nachdenklich zu. Sie merkt, dass sie sich vielleicht zu viel vorgenommen hat.
„Sechs Kilo weniger in drei Wochen ist auch schon viel“, sagt Li-Vrumm. „Und jetzt sind es nur noch zweieinhalb Wochen bis zu deinem Geburtstag.“
„Also fünf Kilo!“, sagt Fidara plötzlich entschlossen.
„Woran erkennst du, dass du es geschafft hast?“, fragt Dendriva.
„Wie haben eine Körperwaage im Badezimmer. Die brauche ich aber gar nicht. Ich würde wieder in einige meiner Lieblingskleider passen. Oh, das wird toll!“
„Und wenn es fünf Kilo statt zehn Kilo sind?“, fragt Li-Vrumm weiter.
„Dann sage ich auf meiner Party stolz, dass ich gerade dabei bin, mich zu verändern – und dass ich bald noch mehr erreichen werde!“
Konrad bewundert den Redefluss seiner Schwester. Oh, er hätte gern fünf Kilo mehr, vielleicht sogar zehn, wenn er sich so gut ausdrücken könnte wie sie.
Riu-Lan sieht ihn freundlich an.
„Alle Wesen sind mit Fähigkeiten ausgestattet. Was deine Schwester kann, kannst du auch lernen. Du kannst es trainieren, wenn du möchtest. Komm uns wieder besuchen.“
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Altes Manuskript (2016)
Steffi/FIDARA findet noch viel über sich heraus und erhält noch viele weitere Anleitungen, denn es muss alles richtig verstanden und verinnerlicht sein, damit eine Veränderung erfolgen kann.
Konrad erhält auch einen Namen in seiner inneren Welt, besser gesagt gibt sich diesen Namen. Er lernt seine Scheu zu überwinden und beschließt sogar, Moderator zu werden.
Weitere Kinder finden den geheimen Zugang auf der Magischen Seite und überwinden Angst, Trauer, Unsicherheiten. Sie lernen viel über das Leben, über das Zusammenleben, über die Natur und vieles mehr. Die LICHTIs ermutigen sie zu Übungen und zum Ausleben ihrer Kreativität.